Staatliche Unternehmensförderung durch Eingliederungszuschuss und Einstiegsqualifizierung

Möglichkeiten der staatlichen Unternehmensförderung nutzen

Mit dem Eingliederungszuschuss und der Einstiegsqualifizierung bietet der Staat Unternehmen lukrative Anreize um Flüchtlingen die Chance zu geben in der Berufswelt Fuß zu fassen. Was genau sich hinter diesen Begriffen verbirgt und wie Sie diese Instrumente einsetzen, erfahren Sie hier.

 

Eingliederungszuschuss (EGZ):

Mit dem Eingliederungszuschuss werden Unternehmen unterstützt, die Arbeitnehmer einstellen deren Vermittlung durch eine beeinträchtigte Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Mitbewerbern erschwert ist. Dabei entstehen für den Betrieb einige Vorteile.

Förderung

Die Arbeitgeber erhalten von den Agenturen für Arbeit einen Ausgleich für die Minderleistungen, die durch die weniger qualifizierten Arbeitnehmer zustande kommen. Der Ausgleich kann maximal 50 Prozent des gezahlten Entgelts betragen. Der genaue Betrag wird bei jedem Fall individuell vom zuständigen Amt für Arbeit oder dem Jobcenter festgelegt. Die Förderungsdauer kann bis zu 12 Monate betragen. Sofern Flüchtlinge das 50. Lebensjahr vollendet haben, kann die Dauer der Förderung sogar bis zu 36 Monate mit einer Förderhöhe von bis zu 50 Prozent betragen.

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Arbeitnehmer noch nicht über die Erfahrung und die Kenntnisse verfügt, die für die Stelle benötigt werden. Es ist somit zu erwarten, dass sich die Einarbeitung aufwendiger darstellt, als es in diesem Arbeitsumfeld üblich ist. Somit können auch Arbeitnehmer mit wenig Vorkenntnissen zu einem integralen Bestandteil des Unternehmens werden. Im Zeitablauf können die so gewonnen Mitarbeiter ihre anfänglichen Minderleistungen stetig verbessern. Schlußendlich können Sie ihr Niveau an das von besser vorgeschulten Mitarbeitern sogar angleichen. Der Eingliederungszuschuss wird konstant über die gesamte Dauer ausbezahlt. So entsteht eine Win-Win-Situation für Betrieb und Flüchtling.

Situation für Flüchtlinge

Besitzt ein Flüchtling eine gültige Arbeitserlaubnis kann der Arbeitgeber für ihn sofort einen EGZ beantragen. Der Zuschuss ist jedoch nur für Arbeitnehmer zulässig, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten und die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

 

Einstiegsqualifizierung (EQ):

Die Einstiegsqualifizierung ist eine Möglichkeit für Unternehmen auch Bewerbern, die aus individuellen Gründen schlechte Vermittlungsperspektiven haben, trotzdem eine Chance zu geben. Dies trifft insbesondere auf Flüchtlinge mit mangelnden Sprachkenntnissen zu. Die Auszubildende können sechs bis zwölf Monate in dem Betrieb Erfahrungen sammeln und sich so optimal auf das Berufsleben in Deutschland vorbereiten.

Voraussetzungen

Um eine Einstiegsqualifizierung in die Wege zu leiten, muss das Unternehmen einen Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit stellen. Dieser Antrag muss im Falle eines Flüchtlings zusätzlich von der Ausländerbehörde genehmigt werden. Für einen erfolgreichen Antrag bedarf es zusätzlich eines Vertrags über die Inhalte der Fortbildung und die Vergütung zwischen Unternehmen und dem Bewerber.

Vorteile

Für den Arbeitgeber besteht kein Risiko. Er kann motivierte Mitarbeiter für sein Unternehmen gewinnen und diese intensiv kennenlernen. Wenn ein Unternehmen bisher nicht oder nicht mehr ausgebildet hat, kann das Unternehmen mit dem EQ den Wiedereinstieg in die Ausbildung testen. Für die Dauer der Einstiegsqualifizierung muss der Arbeitgeber keinen Mindestlohn zahlen.

Die Vergütung der Einstiegsqualifizierung von bis zu 231 Euro monatlich, sowie ein Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag von monatlich 116 Euro wird von der Arbeitsagentur erstattet. Dies geschieht unabhängig von der tatsächlich gezahlten Förderung.

Abschluss

Nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung erhält der Teilnehmer ein betriebliches Zeugnis sowie ein Zertifikat von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Mit diesem Zertifikat kann eine darauffolgende Berufsausbildung verkürzt werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Einstiegsqualifizierung kann der Flüchtling vom Betrieb übernommen werden. Somit erhält das Unternehmen einen motivierten Mitarbeiter, der die Abläufe im Unternehmen bereits bestens kennt.

 

 

 

 

 



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